A la recherche du temps perdu

Djordjevic / Jeron • 2005

Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen. Manchmal fielen mir die Augen, wenn kaum die Kerze ausgelöscht war, so schnell zu, dass ich keine Zeit mehr hatte zu denken: Jetzt schlafe ich ein. Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

In der Performance ‘A la recherche du temps perdu’ nehmen wir den Code wörtlich und lesen Marcel Prousts Roman in Maschinensprache. Während den acht Stunden eines Arbeitstages spielen wir Computer.

Der Roman wird mit Hilfe von Informationsverarbeitungstechniken dargestellt. Es ist ein Prozess vom Analogen ins Digitale und wieder zurück: Der Ablauf ist im vorliegenden Handbuch beschrieben.

Eine ASCII-Version von Marcel Prousts ‘A la recherche du temps perdu’ wird in Nullen und Einsen aufgeteilt und von zwei Darstellern vorgelesen.

Die dritte Person ist die CPU (Central Processing Unit): Sie interpretiert mit Hilfe einer Zuordnungstabelle die Nullen und Einsen, schneidet den entsprechenden Buchstaben aus Papier aus und übergibt ihn an Display, der den Buchstaben an die Wand klebt.

Während acht Stunden können ca. 250 Zeichen abgearbeitet werden.

In diesem Prozess entsteht das Kunstwerk und stellt Fragen nach Digital und Analog, Arbeit und Kunst, Zeit und Schönheit.

Konzept: Karl Heinz Jeron und Valie Djordjevic

Wir benutzen die elektronischen Versionen der ersten 3 Bände von ‘A la recherche du temps perdu’ aus dem Projekt Gutenberg.

Die Auführungsrechte unterliegen der GNU General Public License.

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Credits:

Die erste Performance fand am 19. November 2005 in der allgirls gallery in Berlin statt.

Teilnehmerinnen: True: Valie Djordjevic. False: Karl Heinz Jeron, CPU: Heissam el-Wardany, Display: Dani Djordjevic

Die zweite Performance fand am 20. März 2006 bei SPACE, London, als Teil von xxxxx event series statt.

Teilnehmerinnen: True: Valie Djordjevic, False: Yair Wallach, CPU: Karl Heinz Jeron, Display: Elvina Flower

Die dritte Performance fand am 10. September 2006 im Blumberg, Wies, während des paraflows Festivals statt.

Teilnehmerinnen: True: Verena Brückner, False: Florian Kmet, CPU: Thomas Hörl, Display: Peter Kozek