eWalks

Karl Heinz Jeron • 2018

mobiler Radiosender und Radios, elektromagnetischer Feldsensor, Openstreetmap Kartensoftware, Projekt Gutenberg Archiv und die Festival Sprachsynthesesoftware

ein Audio-Spaziergang für bis zu 20 Teilnehmer als Dérive

Während des Stadtspaziergangs kombiniert der Mikrocontroller die GPS-Lokalisierung mit der OpenStreetMap-Software und dem Gutenberg-freien Etext-Archiv, um die Audioquelle für eine mobile Radiosendung zu erstellen. Mit Hilfe von GPS-Koordinaten und der OpenStreetMap werden die Straßennamen ermittelt und bei Gutenberg.org als Suchbegriffe verwendet. Auszüge der Ergebnisse werden in Audio (Text-zu-Sprache-Software) umgewandelt und an die Radios der Teilnehmer*Innen gesendet. Der Microcontroller führt alle Schritte automatisch aus. Für die Audiotour wird ein Magnetfelddetektor zur Orientierung verwendet.

Die Arbeit schafft eine fiktive Ebene über der realen Welt, um absurde oder surreale Situationen zu erzeugen.

eWalks ist eine Form der Psychogeography, wie sie von Guy Debord und der Situationistischen Internationale als eine Art bewusstes Gehen entwickelt wurde. Psychogeography versucht die “echte Stadt” unter dem was Debord Spektakel nennt freizulegen. Unter Spektakel versteht er die glitzernde und verführerische Kommerzialisierung der Ideen.

Die Audioführer beziehen sich genau auf das Konzept des Dérive und Détournement. Dérive oder streunen, bedeutet spazieren gehen und dabei den eigenen emotionalen und psychologischen Bahnen der städtischen Umgebung zu folgen, aber sich nicht  auf eine geplante Infrastruktur zu verlassen (z.B den kürzesten Weg von der Arbeit nach hause). Ein Dérive zu verfolgen verlangt “. . . to notice the way in which certain areas, streets, or buildings resonate with states of mind, inclinations, and desires, and to seek out reasons for movement other than those for which an environment was designed,” erläuterte Sadie Plant 1992.