Fresh Music for Rotten Vegetables — Schritt für Schritt

Karl Heinz Jeron • 2011

Im folgenden wird Schritt für Schritt gezeigt, wie eine kleine Schaltung zur Tonerzeugung aufgebaut wird. Der dafür benötigte Strom kommt aus einer Obst/Gemüsebatterie, deren Prinzip und Aufbau ebenfalls erleutert wird.

Eine Einkaufsliste für die benötigten elektronischen Teile befindet sich hier: https://secure.reichelt.de/index.html?;ACTION=20;LA=5011;AWKID=427069;PROVID=2084

Dort ist auch ein Messgerät und andere Werkzeuge aufgelistet. Das Messgerät ist nicht unbedingt nötig und die Werkzeuge, so vorhaben, müssen natürlich nicht mitbestellt werden. Außerdem können die Bauteile selbstverständlich auch in anderen Fachgeschäften für Elektronik gekauft werden.

Für die Batterie brauchst du Elektroden aus Zink und Kupfer. Als Zinkelektroden eigen sich galvanisierte Nägel, oder Blumendraht. Für die Kupferelektrode nimmst du am besten Stücke eines Kupferrohrs oder eines Stromkabels. Kupferrohr und Blumendraht gibt es z.B im Bauhaus.

Jetzt besorgst du überreifes Obst oder altes Gemüse, z.B. alte Kartoffeln. Gemüse, was als Batterie verwendet wurde ist nicht mehr zum Verzehr geeignet. Auch wenn im folgenden immer nur von Kartoffeln die Rede ist, gilt die Anleitung auch für anderes Gemüse oder Obst.

Aber zurerst bauen wir die elektronische Schaltung für die Tonerzeugung. Dazu brauchen wir zwei Transistoren (2N3904 und 2N3906), einen Kondensator (0.1µF), einen Widerstand (z.B. eine Kartoffel), einen Lautsprecher, rote und schwarze Litze und einen Lautsprecher.

Bevor es ans Löten geht musst du die Beinchen der Transistoren zurechtbiegen.

Du gehts dazu folgender Maßen vor:

Halte den Transistor so, dass die Beinchen nach unten zeigen und die flache Seite des Kopfes nach rechts zeigt. Biege nun das mittlere Beinchen nach links und die beiden anderen nach rechts. Dies gilt für beide Transistoren.

Jetzt verlötest du das erste Beinchen des Transistors 2N3904 mit dem mittleren Beinchen des Transistors 2N3906 (Siehe Bild oben rechts).

Im nächsten Schritt lötetst du ein Beinchen des Kondensators (0.1µF) an das mittlere Beinchen des Transistros 2N3904 (oben links). Das zweite Beinchen des Kondensators wird mit einem Stück Litze mit dem dritten Beinchen des Transistors 2N3906 verlötet. An diese Beinchen wird ein zweites Stück Litze gelötet (oben rechts).  Es wird später mit dem Lautsprecher verbunden.

An das dritte Beinchen des Transistors 2N3904 werden 2 Stück Litze angelötet (oben links). Eines der beiden Kabel wird an den Minuspol des Gold Cap Pufferkondensators gelötet. Den Minuspol erkennt man an der weißen Markierung an der Seite des Gold Caps. Jetzt lötest du ein Stück Litze zwischen den Pluspol des Gold Caps und dem ersten Beinchen des Transistors 2N3906 (oben rechts).

Und nun werden die lose Kabel der dritten Beinchen der Transistoren an den Lautsprecher gelötet (oben links). An den Pluspol des Gold Caps wird ein weiteres Kabel gelötet. Ebenso wird an das mittlere Beinchen ein Stück Kabel gelötet (oben rechts). Die losen Enden werden später in eine Kartoffel gesteckt. Unterschiedliche Abstände der Kabelenden in der Kartoffel erzeugen später unterschiedliche Tonhöhen. Die kartoffel wird hier als Ersatz für einen regelbaren Widerstand verwendet. damit es später keine  Verwirrung mit der Kartoffelbatterie gibt, nenne ich diese Kartoffel Widerstandskartoffel.

Aber zuvor muss erstmal die Schaltung mit Spannung versorgt werden.

Für eine Kartoffelbatterie brauchst du ein edleres Metall (Kupfer) und ein unedles Metall (Zink) als Elektroden.

Die Kartoffeln werden aufgereiht, immer 5 in einer Reihe. Für dieses Tutorial habe ich nur zwei Reihen verwendet, wirklich gut funktioniert die Batterie aber nur mit fünf Reihen, als insgesamt 25 Kartoffeln.

In jede Kartoffel wird eine Kupfer- und eine Zinkelektrode gesteckt. Es wird immer die Kupferelektrode mit der Zinkelektrode der Nachbarkartoffel verbunden. Die Verbindungskabel können an die Kupferelektrode gelötet werden, aber nicht an die Zinkelektrode. Um die Zinkelektroden anzuschließen nimmt man entweder Krokodil- oder Lüsterklemmen.

Die Elektronen fließen vom edleren Metall zum unedleren Metall. Das bedeutet, dass auf der Seite, die mit der Kupferelektrode beginnt, der Pluspol ist und auf der Seite, die mit einer Zinkelektrode abschließt, der Minuspol.

Alle Ausgänge mit einer Kupferelektrode werden verbunden.

Alle Ausgänge mit einer Zinkelektrode werden verbunden.

Die Zinkelektroden werden mit dem Minuspol des Gold-Caps verbunden. Wie oben schon erwähnt,  der Minuspol ist durch einen weißen Streifen auf der Seite des Gold Caps gekennzeichnet. Die Kupferelektroden werden mit dem Pluspol des Gold Caps verbunden.

Die Batterie ist nun funktionstüchtig. Es dauert nun einen Moment bis der Pufferkondensator geladen ist. Wer über ein Messgerät verfügt, kann nun die Spannung messen. Wer kein Messgerät muss einfach etwas warten, also z.B. einen Kaffee trinken gehen, danach funktioniert es sicher. Bei mehr als 1 Volt Spannung, kann das Instrument gespielt werden. Dazu müssen nur die entsprechenden Kabel in die Widerstandskartoffel gesteckt werden.

Und zum Abschluss noch die Gesamtansicht. Im Bild rechts ist eine Stereobuchse zusehen. Wenn sie parallel zum Lautsprecher angeschlossen wird, kann die Schaltung an Aktivboxen oder an einen Computer angeschlossen werden. Dafür übernehme ich keine Garantie, weshalb hier auch keine Anleitung dazu gegeben wird.