Sachzwänge

Karl Heinz Jeron • 2017

Mixed Media Installation mit Animatronics, Sprachsynthese und Twitter Inhalte zum Hashtag #sachzwang

Die Arbeit handelt von einem Gedankenexperiment zu Sachzwängen.
Sie geht der Frage nach der Konstruktion von Realität und Identität nach. Dabei Verwendet sie Texte aus sozialen Medien zum Hashtag Sachzwang.
Die Arbeit ist ein Art Metabolismus, sie verdaut Daten.
Die animierten Objekte sind hypothetische Maschinen, also Maschinen, die darstellen, dass Spiel und Experiment zum Erfassen von Wirklichkeit dazugehören. Die bekannteste hypothetische Maschine ist das Perpetuum Mobile. Ein Gerät, das ohne weitere Energiezufuhr in Bewegung bleibt und dabei auch noch Arbeit verrichtet, was nach den Gesetzen der Physik unmöglich ist.
Auch bei Sachzwänge geht es um Gedankenexperimente und spekulative Inszenierungen. Die Inszenierung behauptet, dass durch die Kommentarfunktion bei Twitter, Facebook, Google & Co. Identitäten konstruiert werden. Nichts ist wahr – alles ist möglich? Der riesige Datenpool und die alles durchdringenden Bilder der digitalisierten Popkultur führen zu einer Virtualisierung von Identität, in der den Kommentaren in den sozialen Netzwerken ein höherer Seinsgrad zukommt als dem wahren Ich. Es geht darum, welchen Effekt diese Als-Ob-Authentizität auf die Möglichkeit hat, eine Identität auszubilden.

Wie ein Synthesizer erzeugt die Arbeit Sachzwänge immer wieder neue aleatorische Kompositionen aus dem was ist und gehen zugleich darüber hinaus.