Hermes Oper

Karl Heinz Jeron • 2012

ROBOTER, SPRACH SYNTHESE, COMPUTER SYSTEM / Hermes Libretto download

Eine multimediale Oper mit Robotern und mitgehörten Handygesprächen in vier Akten.

„Ich sitze grade im Zug. Wo bist Du?” Seit (fast) jeder ein Handy hat, finden privateste Telefongespräche nicht nur in geschlossenen Räumen statt, sondern werden öffentlich. Jahrelang hat sich der Künstler Karl Heinz Jeron in öffentlichen Verkehrsmitteln über die sinnlosen Telefonate seiner Sitznachbarn geärgert. Vor einigen Monaten beschloss er mitzuschreiben. Zwei Notizbücher sind schon voll. Die Texte werden digitalisiert und von kleinen, singenden Robotern aufgeführt: zwei Solisten und ein Chor. Für die Vertonung arbeitet Karl Heinz Jeron mit den Komponisten Robert Jähnert and Christian Rentschler zusammen. Das Bühnenbild ist eine Videoprojektion aus gemeinfreien Bilder, die zu den Begriffen im Libretto gefunden wurden.

Namensgebend ist Hermes, der Schutzgott der Redekunst. Die Handy-Gespräche bilden allgemeinmenschliche Situationen unter den Überschriften Geheimnis, Sex, Schuld, Verrat ab. In diesen vier Akten inszeniert der Künstler die mitgeschriebenen Gespräche und verwandelt Alltagssituationen in einen künstlerischen Akt.

“Was da passiert ist, wird immer klarer. Es geht um folgendes: Ich weiß, dass ich es unbewusst mein ganzes Leben lang tat. Und was voriges Jahr war, war auch bereits da. Es gab nur nicht genügend Beweise. Ich dachte nur: Was zum Teufel geht hier vor? Komm damit erstmal klar. Ob das wahr ist oder nicht, ich weiß das nicht. Es ist unser Thema, das weißt du, und es geht immer weiter.”

Ausschnitt aus dem Libretto, erster Akt, “Das Geheimnis”